Freitag, 14. Juli 2006

Wie man Großstädten die volle Breitseite verpasst


Man gehe zum Casting für eine Boygroup. Man Lande ein paar Hits und scheide dann wegen Exzessen und Zank mit dem Management aus der Boygroup wieder aus um eine Solokariere zu starten.

Nun steigere man seine Exzesse. Nach einem danach folgendem Aufenthalt in einer Entzugsklinik kann man dann aber endlich richtig durchstarten. Man schreibe Hits und heimse jede Menge Awards ein. Einige Duetts mit einer bekannten, gut aussehenden Hollywood-Schauspielerin wären auch nicht verkehrt.

Und man mache vor allem Open-Air-Tourneen, am besten mit weltrekordverdächtigen Verkäufen an Eintrittskarten, und locke somit jede Menge Volk in die dann völlig überlasteten Großstädte. Auch wenn dann noch Agenturen zum Boykott aufrufen sollten, weil sich Journalistenfuzzis nicht gerne vorschreiben lassen wollen wie sie zu knipsen haben, ja selbst dann wird es wohl absolut nichts mehr daran ändern das eine Großstadt aus allen Nähten platzt.

So wie heute in der Hansestadt, wo absolut nichts mehr geht, wenn massenweise Fans die Stadt bevölkern nur um das Konzert eines Mr. Williams zu sehen. Da werden ganze Hotels bevölkert, Busslinien lahm gelegt, S- und U-Bahnen vollgestopft sowie Taxis gekapert.

Haha, das ist ja noch nicht alles, es gibt ja noch eine andere Möglichkeit einer Großstadt die volle Breitseite zu verpassen.

Man fange an Musik in Clubs aufzulegen und Parties zu organisieren. Musikalisch am besten das was gerade voll hip oder in, oder von mir aus auch undergroundig ist, beispielsweise Punk oder elektronische Musik. Man tue sich da am besten noch mit anderen Leuten zusammen, die auch total undergroundig sind und gebe sich zusätzlich noch irgend einen abgefahrenen Künstlernamen.

Dann mache man mit diesen paar Leuten einen Umzug den man als politische Demonstration anmelde, in einer Großstadt, am besten mit irgend einem noch nie da gewesenem, revolutionärem Motto. So was wie ›Liebe‹ oder ›Friede, Freude, Eierkuchen‹, das kommt immer gut.

Auch wenn dann noch nicht viele Leute mit dabei sind, wiederhole man das ganze so oft bis es zu einer Parade wird. Mit Tanzwagen und lauter verrückten Leuten die alle dazu abfeiern. Bisschen was an illegalem Drogenkonsum ist dann auch dabei, aber das soll dann auch nicht weiter stören.

Das mache man so etwa zehn Jahre lang, dann erreicht das ganze seinen Höhepunkt und plötzlich sind aus den anfänglichen paar Leuten schnell ca. eine Millionen Feierwütige geworden. Inzwischen sollte man aber auch schon eine GmbH gegründet haben, die das ganze organisiert und vor allem vermarktet.

Richtig schön, mit viel Kommerz. Ist dann zwar kein Underground mehr und einige der ersten bekannten Gesichter die von Anfang an dabei waren werden abspringen und nicht mehr mitmachen wollen, aber das ist dann eh schon egal. Denn dafür findet sich schnell Ersatz, wie Politiker oder Prominenz die zwar bisher so absolut gar nichts mit der musikalischen Ausrichtung zu tun hatten, die aber dafür gerne mal da mitfeiern wo man in der Öffentlichkeit seine Nase in irgend eine Kammera stecken kann.

Loveparade 2000 II

Ach ja, um Müll und Umweltbelastung brauch man sich auch nicht kümmern, ist ja als Demonstration angemeldet, muss sich die Stadt drum kümmern.

Dann wird diese Großstadt auch aus allen Nähten Platzen und hat somit ihre Breitseite weg.

So wie morgen in Berlin. Da bin ich dann aber glücklicher Weise noch in der Hansestadt, eben mit Mr. Williams und seinen ganzen Fans.

Loveparade 2000 I

Fotos von 2000, geschossen mit einer billigen Canon APS* Spiegelreflex.
(*anotherpieceofshit)

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