Donnerstag, 29. Dezember 2005

DVB-T und das Recht darauf auch mal was zu verpassen


In meinem privatem Umfeld greift es seit Mitte des Jahres sehr um sich sich eine DVB-T-Box zu basteln und ins Fernsehzimmer zu stellen. Es fing alles damit an dass einige ein Forum errichteten und spontan einen Informationsabend organisierten um sich über die technischen Machbarkeiten auszutauschen. Seit dem ist das Fieber förmlich ausgebrochen.

Ist ja auch eine praktische Sache so etwas: Man programmiert die Box, bzw. den verwendeten Rechner auf alle Fernsehbeiträge die man aufzeichnen möchte und lässt die Kiste dann machen. Nie wieder Freitag Nachts ›Sopranos‹ verpassen, oder mal abgesehen von den ganzen ›Sex-Karate-Action-Filmen‹ die an gewissen Feiertagen parallel laufen und man sich nicht entscheiden möchte, was aber dann mehr als eine DVB-T-Karte im verwendetem Rechner verlangt.

Ist dass jetzt also die schon x-mal vorhergesagte Revolution im Fernsehzimmer? Noch habe ich mich stark zurückgehalten und mich nur marginal mit dem Thema beschäftigt. Die Anschaffung eines eigenen Systems kam bisher noch nicht in Frage.

Die Möglichkeit nie wieder was im Fernsehen zu verpassen sehe ich ähnlich wie das Phänomen der ständigen Erreichbarkeit in unserer Gesellschaft seit dem Mobiltelefone von der breiten Masse genutzt werden. Irgend wann Anfang des neuen Jahrtausends ging mir diese Tatsache ziemlich auf den Sack. Konsequenz: Telefon, E-Mail, und Handy wurden zwar nicht abgeschafft, aber eingeschränkt. Der Anrufbeantworter flog auf den Müll, die Mobilbox wurde deaktiviert und die private E-Mail Adresse wird nur noch in nötigsten Fällen herausgerückt. Irgend wie will ich auch mal nicht erreichbar sein, einfach meine Ruhe haben, das ist mein gutes Recht.

Und nun kommt DVB-T. Nie wieder was im Fernsehen verpassen. Klar, find ich alles schön und toll aber bleibt da die Wertschätzung nicht irgendwie auf der Strecke? Ich will mich doch auch mal darüber ärgern können dass ich beispielsweise die ganze Woche lang nicht dazu gekommen bin täglich um 19:20 Uhr ›3sat‹ einzuschalten, auch das ist mein gutes Recht. Das macht mich menschlich und kann mir selbst zeigen wie viel mir bestimmte Dinge bedeuten. Durch die technische Hilfestellung beraube ich mich selbst ein kleines Stück dieser Menschlichkeit und laufe Gefahr dass Fernsehbeiträge die ich sonst vielleicht verpasst hätte für mich schnell an Wertschätzung verlieren ohne dass ich es merke. Erst wenn der Strom ausfällt, wird mir der Wert dieser Bequemlichkeit wieder bewusst, aber das ist ja leider mit vielen anderen Dingen auch so im Leben.

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